arranca!-Radio #13: Militante Untersuchung am Jobcenter Neukölln

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Gespräch mit zwei Mitgliedern der AG Soziale Kämpfe zu Hintergrund und Auswertung ihrer politischen Praxis der vergangenen Jahre

Viele werden das Gefühl kennen: Man ist arbeitslos, aber braucht Geld. Und so ist man für kurze Zeit oder länger darauf angewiesen, zum Jobcenter zu gehen. Dabei gehen Menschen damit sehr unterschiedlich um: Einige kratzt es wenig, andere kriegen schon bei dem Gedanken ans Jobcenter schlechte Laune und Magenschmerzen. Die meisten müssen sich alleine durch die Berge von Formularen kämpfen, warten alleine in Schlangen und haben auch ganz alleine Angst, Sorge, Ärger. Die AG Soziale Kämpfe der Gruppe FelS hat sich gefragt: Müssen da wirklich alle alleine durch? Oder gibt es individuelle oder sogar kollektive Formen des Widerstands, die sich verbreitern ließen?

Das Jobcenter Neukölln wurde für FelS für drei Jahre zu einem wichtigen Aktionsort. Mit dem methodischen Vorgehen der Militanten Untersuchung begannen die Aktivist_innen im Sommer 2010 mit Stift und Zettel die Menschen am Jobcenter anzusprechen, nach Problemen und Widerstandspraktiken zu fragen und luden sie zu gemeinsamen Aktivitäten ein. Inzwischen ist die Militante Untersuchung abgeschlossen, besser gesagt, abgebrochen worden. Die Auswertung ergab: die Arbeitsgruppe ist mit ihrem Vorhaben, eine gemeinsame widerständige Praxis gegen die Schikanen am Jobcenter zu etablieren, gescheitert.

In der 13. Ausgabe von Radio arranca! geht es um die Militante Untersuchung und die kürzlich erschienene Auswertung des Projekts. Konkret sprechen wir über die Methode und Erfahrungen der Menschen, die sich auf diese Form der politischen Praxis einließen und um das Scheitern, das als produktives Scheitern beurteilt wird.

Die 50-minütige Sendung wurde am 24.12. auf Radio Corax ausgestrahlt und ist im Freien Radio Berlin unter 88,4 zu hören. Viel Spaß dabei!

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