Bericht: "Nein zu Dublin II"

DruckversionPer E-Mail senden
Proteste gegen Abschiebeverordnung am 30.03. am Flughafen Berlin-Tegel

„No borders, no nations, stop deportations“ schallt es durch den Eingangsbereich des Flughafen Tegel. Etwa 150 Leute kamen zur Kundgebung, um ihren Unmut über die menschenverachtende deutsche und europäische Abschiebepraxis in die Öffentlichkeit zu tragen. Konkreter Anlass der zeitgleich in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Berlin stattfindenden Kundgebungen ist das sogenannte Dublin II-Abkommen. „Dublin II" ist die Bezeichnung für eine Verordnung, die innereuropäische Abschiebungsprozesse regelt und es Asylsuchenden unmöglich macht in mehr als einem Staat Asyl zu beantragen. Sämtliche Zuständigkeiten fallen mithilfe dieser Regelungen in die Hände der „Verursacherstaaten“, also der Staaten über die die Ersteinreise in die EU stattgefunden hat.

Alles in allem eine gelungene und öffentlichkeitswirksame Aktion, was wohl maßgeblich dem außergewöhnlichen Kundgebungsort und den kreativen Protestformen der Anwesenden zu verdanken ist. Mit Trillerpfeifen, Stelzen, reichlich Presse, einer Performance im Flughafengebäude, Betroffenenberichten und einem kleinen Flashmob am Ende der Veranstaltung wurde der routinierte Flughafenbetrieb für eine Weile ins Taumeln gebracht. Es wäre schön, wenn es mit weiteren Aktionen ähnlicher Art gelingen würde die menschenverachtende Abschieberoutine hierzulande endlich ins Taumeln zu bringen.

 »Bildergalerie ansehen