Militante Untersuchung Jobcenter Neukölln

"Wir müssen aufstocken!"-Solitresen

Solitrinken in der Erreichbar von und mit FelS & der Initiative "Zusammen! Gegen das Jobcenter Neukölln"

Dieses Mal ist der Solitresen in der Erreichbar für die Militante Untersuchung am Jobcenter Neukölln. Denn: Wir wollen weiterhin im und um das Jobcenter herum für Unruhe sorgen, Menschen zu ihren Erfahrungen befragen und uns gemeinsam wehren. Es wird einen kleinen Input zur Verschärfung der Hartz IV-Regelungen für EU-Staatsangehörige geben. Danach kommt der entspannte Ausklang des Tages bei kühlen Bieren und leckeren Cocktails.

Solitresen: 23.04.2012 | 20:00 | Erreichbar | Reichenberger Str. 63a | 2. Hinterhof und dann in den Keller (Berlin)
Tags: Solitresen, Erreichbar, Jobcenter Neukölln, Input, Hartz IV, EU-Bürger_innen

Vernetzungstreffen gegen Hartz IV-Ausschluss

EU-Bürger_innen sollen nach Willen der Bundesregierung kein ALG II bekommen

Anfang März wurde bekannt, dass die Bundesregierung einen sogenannten Vorbehalt gegen das Europäische Fürsorgeabkommen (EFA) erhoben hat. Im Ergebnis haben viele EU-Bürger_innen Schreiben nach Hause bekommen, in denen sie darüber informiert wurden, dass ihre bereits bewilligte Arbeitslosengeld II nun abgelehnt wird. Mit der Begründung, es dürfe für Staatsangehörige der EU-Staaten keinen "ungeregelter Zugang" zu Hartz IV geben, werden sozialrassistische Maßnahmen der Bundesregierung weiter vorangetrieben und EU-Staatsangehörige ihrer Existenzsicherung beraubt.

Vernetzungstreffen: 18.04.2012 | 19:00 | Meuterei | Reichenberger Str. 58 (Berlin)
Tags: ALG II, Hartz IV, Bundesregierung, EFA, EU-Bürger_innen, Sozialrassismus

Aktionsbericht: Wir Bleiben! Packt doch selber!

Kundgebung am 28.03. zur Neuregelung der Kosten der Unterkunft vor dem Rathaus Neukölln

Foto: www.occupymedia.de

15.000 Menschen wurden 2011 allein im Stadtteil Neukölln aufgefordert, die Kosten der Unterkunft (Miete und Heizkosten, kurz: KdU) zu senken. Dadurch werden die Menschen gezwungen, ihre Mietkosten aus ihrem mickrigen Eckregelsatz zu subventionieren oder Mietschulden aufzuhäufen, die langfristig zum Zwangsumzug und damit zur Verdrängung an den Stadtrand führen. Aktuell arbeitet der Berliner Senat dafür an einer neuen Rechtsverordnung. Wie diese Neuregelung genau aussehen wird, ist noch unklar. Klar ist aber, dass Neuregelungen im sozialen Bereich im zurückliegenden Jahrzehnt nur Verschlechterungen bedeutet haben!

Tags: KdU, Kosten der Unterkunft, Neuregelung, Occupy, Asamblea, Neukölln

Die Fabrik eines Stadtteils.

FelS-Artikel zur »Militanten Untersuchung« am Jobcenter Berlin-Neukölln aus analyse & kritik (Nr. 569)

Das Jobcenter ist der größte Brötchengeber in Neukölln, hier kommen die Menschen aus dem Stadtteil zusammen - alte und junge, Leute mit Doktortitel und ohne Hauptschulabschluss, Alteingesessene und neu Hinzugezogene. Es ist deshalb nicht nur eine Institution mit enormer Wirkung auf den Stadtteil, sondern auch ein (potenzieller) Ort für Interventionen gegen Entrechtung und Ausbeutung.

Tags: Analyse & Kritik, Artikel, Militante Untersuchung, Fabrik des Stadtteils, Jobcenter Neukölln, Marx, FIAT

Wir bleiben! Packt doch selber!

Kundgebung zur Neuregelung der Kosten der Unterkunft am 28. März in Neukölln

Hartz-IV-Berechtigte haben einen Rechtsanspruch auf die Übernahme der Kosten der Unterkunft (KdU) durch die Jobcenter. Die Höhe der Übernahme, die „Mietobergrenze“ der KdU, wurde jedoch seit 2006 nur einmal für Singles 2008 von 360€ auf 378€ angehoben, aber nie an die realen Mieten angepasst – obwohl die Mieten rasant stiegen! So erhielten 2011 allein in Neukölln etwa 7.358 „Bedarfsgemeinschaften“ (BG) einen Mahnbrief vom Jobcenter mit der Forderung ihre KdU zu senken, da sie über der nicht mehr gültigen „Obergrenze“ lagen.

Kundgebung: 28.03.2012 | 17:00 | Rathaus Neukölln (Berlin)
Tags: Kosten der Unterkunft, Kundgebung, Rathaus Neukölln, Hartz IV, Bedarfsgemeinschaft

Militante Untersuchung im Jobcenter Neukölln - Selbstorganisation von unten

Interview mit uns bei Radio Corax

Die AG Soziale Kämpfe wurde anlässlich der vor kurzem veröffentlichten Broschüre zur Militanten Untersuchung von Radio Corax interviewt. Hört selbst!

Aus der Kurzbeschreibung von Radio Corax: Auf irgendeine Art und Weise haben die meisten von uns mit dieser Institution zu tun - häufig sind es nicht die schönsten Begegnungen, die wir mit dem Jobcenter erleben. Da fehlen noch die Kontoauszüge der letzten sechs Wochen, man muss irgendwelche Jobs annehmen, die man nicht haben möchte und in einem Monat eine Unzahl von Bewerbungen schreiben.

Tags: Jobcenter Neukölln, Radio Corax, Broschüre, Interview

Nichts läuft hier richtig!

Soliparty der AG Soziale Kämpfe in der K9

Hartz IV, Niedriglohn, befristete Arbeitsverträge. Mietschulden, Ich-Streik... Prekarität bestimmt den Alltag und das Bewusstsein von immer mehr Menschen. Als AG Soziale Kämpfe haben wir immer wieder in den letzten Jahren Bündisse konstituiert, Aktionen gemacht und in den öffentlichen Diskurs eingegriffen. Bereits seit Mitte 2010 führen wir eine Militante Untersuchung am Jobcenter Neukölln durch, zu dem wir im Dezember eine Broschüre veröffentlicht haben und engagieren uns seit vergangenem Oktober im Rahmen der occupy-Bewegung. Feiert mit uns zur Finanzierung unserer Projekte die „Nichts-läuft-hier-richtig!“-Party!

Party: 21.01.2012 | 23:00 | K9 | Kinzigstr. 9 | U-Bhf Samariterstr. (Berlin-Friedrichshain)
Tags: Party, K9, Militante Untersuchung, Occupy, Jobcenter Neukölln

Stadtteilasamblea Neukölln

Wir möchten Euch herzlich zur nächsten Stadtteilasamblea Neukölln einladen! Die Asamblea ist ein offener Raum und soll allen Interessierten die Möglichkeit geben, ihre Interessen, Stärken und natürlich auch ihre Schwächen einzubringen. Hier sollen Menschen miteinander in Kommunikation treten, bestehende Initiativen und Organisationen sich vernetzen, um die sozialen Probleme hier im Kiez zu diskutieren und kollektiv zu lösen.

Ebenfalls im Freien Neukölln und direkt im Anschluss an die Asamblea trifft sich eine Arbeitsgruppe, um das Projekt der Militanten Untersuchung am Jobcenter Neukölln zu diskutieren.

Asamblea: 08.01.2012 | 14:00 | Freies Neukölln | Panierstr. 54 (Berlin)
Tags: MU, Neukölln, Asamblea, Jobcenter, Eurokrise, Occupy

Kurzbericht zur Veranstaltung: Untersuchung & Organisierung

Broschüren-Release der AG Soziale Kämpfe

Am Dienstag Abend den 13.12. haben wir auf einer öffentlichen Veranstaltung in der B-Lage in Berlin-Neukölln unsere bisherigen in etwa 1,5 Jahren gewonnenen Recherche- und Befragungsergebnisse rund um das dortige Jobcenter vorgestellt. Dokumentiert ist das ganze in einer kürzlich veröffentlichten Broschüre. Es ist uns wichtig zu betonen, dass die Broschüre keinen Abschluss-, sondern eher einen Zwischenbericht darstellt. Unser Projekt geht weiter!

Tags: Jobcenter Neukölln, ALG II, Hartz IV, Broschüre, Bericht, Sozialabbau, Prekarisierung, Aufstocker_innen

Untersuchung und Organisierung am Jobcenter Neukölln

Broschüre zur militanten Untersuchung der AG Soziale Kämpfe erschienen

Vor einiger Zeit haben wir am Jobcenter Neukölln angefangen, uns mit anderen darüber zu unterhalten, welche Probleme und Erfahrungen die Menschen beim Umgang mit dem Amt haben. Wie verarbeiten sie den Druck und die manchmal erniedrigende Behandlung durch das Jobcenter? Welche Widerstandspraxen gibt es dort? Wie können wir unseren soziale Rechte an diesem Ort gemeinsam durchsetzen? Wir wollen aber auch herausfinden, wie sich die Leute ein besseres Leben vorstellen, um zusammen dafür zu kämpfen und wir wollen gemeinsam die Erfahrung machen, etwas verändern zu können.

Release-Veranstaltung: 13.12.2011 | 19:00 | B-Lage | Mareschstr. 1 | S-&U Neukölln (Berlin)
Tags: Jobcenter, Neukölln, Militante Untersuchung, Broschüre, Release-Veranstaltung

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Neuer Schwerpunkt der AG Soziale Kämpfe

Seit 2006 war das Projekt „Mayday“ der Arbeitsschwerpunkt der FelS-AG Soziale Kämpfe. Nach langer interner Diskussion haben wir uns entschlossen, dass am 1. Mai 2010 in Berlin keine neue große Euromayday-Parade mit unserer Beteiligung durch Kreuzberg und die angrenzenden Kieze ziehen würde. Denn ein zentraler Aspekt, den der Mayday-Ansatz leisten sollte und dem er in den vier Jahren seiner Berliner Existenz unserer Ansicht nach nicht im ausreichenden Maße gerecht geworden ist, war die alltäglichen und verstreuten sozialen Kämpfe sichtbar zu machen, zu vernetzen, zu organisieren und in diese radikalisierend zu intervenieren. Im Anschluss an diese Erfahrungen, an das was wir mit dem Mayday erreicht haben und was nicht, haben wir intensiver über Organisierungsansätze und -perspektiven diskutiert, die über den engen Rahmen linksradikaler Organisierung hinaus gehen sollten und im konfliktreichen Alltag der Menschen ansetzen.

Als Konsequenz unserer Diskussion über Organisierungsansätze und -perspektiven haben wir uns verstärkt mit den Konzepten des Community-Organizings (entstanden in den 1940er Jahren in den USA) und der Militanten Untersuchung (rund um die autonomia operaia in 1960er Jahren in Italien entwickelt) auseinander gesetzt. Unsere Hypothese und Hoffnung war und ist, dass wir durch eine Kombination von Untersuchungs- und Organisierungsansatz gesellschaftliche Bruchlinien und Ansatzpunkte eines sozialen Widerstands im Alltag aufspüren und gleichzeitig eine Perspektive der Aktivierung und Organisierung einnehmen können. Wir wollen so einerseits Konflikte entdecken, ihre Dynamiken und neuralgischen Punkte, ihre Sprache und ihr antagonistisches Potenzial verstehen lernen und gleichzeitig versuchen, diese auszuweiten und aktiv an ihnen zu partizipieren.

Eine Lehre aus den Debatten über Prekarisierung war, dass wir einen gemeinsamen Ort brauchen. So haben auch wir uns, neben den Überlegungen zur Methode, die Frage gestellt wo, an welchem Ort, wir mit unserer Militanten Untersuchung ansetzen wollen. Denn eines haben wir bei der Auswertung verschiedenster solcher Untersuchungs-Anläufe gelernt: Ohne einen konkreten Ort, ohne einen Ort der Intervention und einen Ort des Zusammenkommens, reproduzieren wir den „Nicht-Ort“ der Ausbeutung, der konstitutiv für die Klassenfragmentierung im Postfordismus ist und reproduzieren damit auch unsere Unfähigkeit, das uns Trennende aufzuheben und Gegenmacht aufzubauen. Andererseits kann dieser Ort selbst nur ein sehr begrenzter Ausschnitt des Alltages einiger Menschen sein und nicht das „Ganze“ der Gesellschaft abbilden.

Das JobCenter ist für uns ein angemessener Ort um mit dem Ansatz der Militanten Untersuchung zu starten, denn einerseits sind nicht nur Bezieher_innen von Hartz IV als isoliertes soziales Segment „Betroffene“, sondern in diesem Sinne sind es alle Einkommensabhängigen, weil der Arbeitsmarkt wesentlich durch die Einführung der Agenda 2010 Reformen und dort vor allem Hartz IV neu strukturiert wurde. Die Akzeptanz von Niedriglohn und Leiharbeit inklusive Angst vor der eigenen Erwerbslosigkeit wurden mehr zum zentralen Moment der Herrschaft gemacht.

Unsere Umfragen auf dem Mayday und erste unsystematische Gespräche unter uns haben erkennen lassen, dass Hartz IV ein zentrales Regime ist, das unser aller Leben prekär macht. Viele müssen sich mit der Perspektive anfreunden, dass sie in absehbarer Zeit zumindest phasenweise Erwerbslosigkeit erleben werden. Gleichzeitig müssen sich auch diejenigen, die diese Perspektive nicht teilen, mit den durch Hartz IV verursachten Auswirkungen auf den gesamten Arbeitsmarkt auseinandersetzen. Projektarbeit, Billiglohn, befristete Beschäftigung, unbezahlte Praktika, Überstunden - es scheint, wir machen nahezu alles mit. Auf politischer Ebene kämpfen wir dagegen, auf der privaten nehmen wir es hin.

Im Zuge unserer Diskussion haben wir das JobCenter als Ort der permanenten Schikanen und Entrechtung, aber auch als Ort der permanenten sozialen Auseinandersetzung thematisiert. Was Erwerbslosen als individualisierte Probleme begegnet, ist nicht zuletzt eine Frage von Klassenmacht, die für alle Einkommensabhängigen von Bedeutung ist. Es geht um die Durchsetzung von sozialen Rechten in Zeiten von Krise und Prekarisierung.

Um gegen die mächtige Institution Jobcenter anzukommen, müssen wir uns gemeinsam stark machen, unsere Gemeinsamkeiten finden, uns danach befragen, Solidarität aufbauen, uns organisieren. Wir müssen uns Wissen über dieses Regime aneignen um ihre Macht zu verändern oder abzuschaffen.

Dazu laden wir ein bei uns mitzumachen, kommt zu unseren Versammlungen im Salvador Allende Haus, wir werden regelmässig auf die Termine hinweisen. Beteiligt euch daran Informationen zu sammeln, Gespräche mit JobCenter „KundInnen“ zu führen, lasst auch die Gespräche mit SachbearbeiterInnen nicht aus! Wichtig sind auch Gespräche von Leuten die (noch) nicht oder nicht mehr zum JobCenter gehen: Wie wirkt Hartz IV auf Euer Handeln, Euren Lebensentwurf, Eure Jobwahl usw.?

Wir haben vor dieses Wissen gemeinsam zusammen zu tragen, einiges oder möglichst vieles davon öffentlich zu präsentieren. Auch darin könnt ihr uns unterstützen: Webseiten bauen und/oder betreuen, Videos und/oder Podcasts produzieren (z.B. mit Interviews vorm JobCenter), Aktionen mit vorbereiten oder an Ihnen teilnehmen.

In diesem Sinne: Zusammen! Gegen das JobCenter Neukölln!

http://zusammendagegen.blogsport.de/

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