Der Naziaufmarsch ist Geschichte, an den sächsischen Verhältnissen arbeiten wir noch
Über 10 000 Menschen demonstrierten am 18. Februar durch Dresden. Und sie taten dies ganz ohne Nazis. Denn, wo in den letzten Jahren tausende Nazis das Gedenken an die Bombardierung Dresdens für ihre geschichtsrevisionistische Propaganda nutzten, besetzten Antifaschistinnen und Antifaschisten die Räume. Statt des europaweit größten Naziaufmarschs zog durch Dresden die größte antifaschistische Demo der letzten Jahre. 2009 war das noch kaum vorstellbar, gestern wurde es Wirklichkeit: Kein Naziaufmarsch in Dresden.
Mit antifaschistischen Massenblockaden konnten wir Europas größten Naziaufmarsch in den vergangenen beiden Jahren stoppen. An diesen Erfolg gilt es in diesem Februar anzuknüpfen - und zwar gleich zwei Mal. Und so machen wir uns 2012 am 13. und am 18. Februar auf den Weg in die sächsische Landeshauptstadt. Zwar ist der Traum der Neonazis von einer Großdemo mit europaweiter Ausstrahlung endgültig geplatzt, doch Freie Kameradschaften und NPD mobilisieren auch in diesem Jahr zu einem Fackelmarsch in den Abendstunden des 13.2. (Montag).
Kampagnenstart: Neuer Aufruf, neues Plakat, neue Website
Auch im dritten Jahr wollen wir den Naziaufmarsch in Dresden blockieren. Keine Symbolpolitik, kein Händchen halten. Wir wollen uns gemeinsam aktiv auf die Straße setzen um Europas ehemals größten Naziaufmarsch erneut zu stoppen. Dazu rufen wir als ein breites gesellschaftliches Bündnis aus Parteien, Organisationen, Antifagruppen, Vereinen, religiösen Gruppen, Einzelpersonen, Künstler_innen und Prominenten dazu auf, gemeinsam den Naziaufmarsch zu blockieren.
In der Nacht vom 26. zum 27. Juni gab es abermals Anschläge auf linke Einrichtungen und alternative Wohnprojekte. Die Täter stammen vermutlich aus der Berliner Neonaziszene. Am härtesten traf es das Jugendzentrum „Anton-Schmaus Haus“ des Jugendverbandes „Die Falken“ in Britz-Süd, das nach dem Brandanschlag erst mal geschlossen bleiben muss. Eine Nacht zuvor übernachtete dort noch eine Kindergruppe, der neonazistische Brandanschlag hätte somit in einer Katastrophe enden können.
Polizei sammelt rechtswidrig Daten von DemonstrantInnen, PolizistInnen und AnwohnerInnen
Es ist ja bereits schon in aller Munde! Wie die taz bereits am Wochenende berichtete und nunmehr durch die Staatsanwaltschaft Dresden bestätigt wurde, erfolgte am 19.02.2011 im Stadtgebiet Dresden eine großflächige Funkzellenabfrage. Nach Aussage der Staatsanwaltschaft Dresden wurde diese durchgeführt, um einen mutmaßlichen Angriff auf Polizeibeamte aufzuklären.
Am 14.05.2011 veröffentliche das Bündnis "Nazifrei! - Dresden stellt sich quer" die Auswertung der Ereignisse am 13. und 19. Februar 2011. Hier der vollständige Text, sowie Presseberichte von einem Symposium des sächsischen Innenministeriums in Dresden.
Am 19. Februar 2011 verhinderten 20.000 Menschen den Aufmarsch von Neonazis in Dresden. Der geplante Großaufmarsch konnte nicht nur, wie im letzten Jahr, gestoppt werden – die Nazis schafften es teilweise nicht einmal, zu ihrem Versammlungsort zu gelangen. Die Neonazis haben eine empfindliche Niederlage in dem von ihnen ausgerufenen "Kampf um die Straße" hinnehmen müssen. Dieser Erfolg ist durch eine spektrenübergreifende Mobilisierung, die Entschlossenheit tausender AktivistInnen und eine intensive Vorbereitung ermöglicht worden.
Polizei am 19. Februar von rund 20.000 Protestierenden überfordert: Blockaden stets da, wo die Nazis laufen wollten.
Versprengte Grüppchen und Gruppen, stundeslanges Rumstehen am Bahnhof, ein armseliges Häuflein allein auf weiter Flur zwischen Absperrgittern und Polizei, ein Alternativversuch in Leipzig nach erfolglosem Warten: Dresden 2011 war ein Reinfall für die Nazis. Weder kamen die angekündigten 4000 braunen Kamerad_innen, noch gelang es den insgesamt etwa 1200 Angereisten, ihre Veranstaltungen durchzusetzen.