"Wohnungen für alle!"-Demo am 16.11.

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Schluss mit der Lagerunterbringung für Flüchtlinge!

Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen […]. Artikel 25, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Theoretisch haben die meisten Flüchtlinge in Berlin das Recht in privaten Wohnungen zu leben. Doch in der Realität wird ihnen dieses Recht häufig verwehrt. Stattdessen müssen sie in Sammellagern leben.

Es ist zynisch, das Leben in Flüchtlingslagern als Wohnen zu bezeichnen, denn Lager machen krank, körperlich wie seelisch.

Oft sind die Flüchtlinge in maroden Plattenbauten oder Containerunterkünften untergebracht, die abseits vom Zentrum in Industriegebieten liegen. Bis zu vier Personen müssen sich ein viel zu kleines Zimmer teilen. Die Lagerleitung, Hausmeister und anderes Personal haben uneingeschränkten Zugang zu den Zimmern, Privatsphäre gibt es nicht. Auch Duschen, Toiletten und Küchen müssen sich die Bewohner teilen. Die Situation ist in besonderer Weise für Frauen belastend, denn im Lager sind sexualisierte Übergriffe keine Seltenheit.

Wir fordern: Wohnungen statt Lager!

Wir wissen, dass auch Menschen, die ALG II beziehen, zunehmend Probleme haben eine Wohnung in Berlin zu finden. Das Leben in Berlin wird für alle immer teurer und viele können ihre Miete nicht mehr zahlen.
Wir wissen aber auch, dass es für Flüchtlinge (= EmpfängerInnen von Leistungen nach dem AsylbLG) besonders schwer ist, eine Wohnung zu finden, weil die vom Sozialamt festgelegten Mietobergrenzen viel zu niedrig sind, das Sozialamt die Mietkautionen für Flüchtlinge nur in Ausnahmefällen übernimmt, wegen des unsicheren Aufenthaltsstatus viele Hauseigentümer und Genossenschaften nicht an Flüchtlinge vermieten und Flüchtlinge auf dem Wohnungsmarkt erheblich diskriminiert werden.
Statt Bedürftige zu unterstützen, privatisiert der Berliner Senat städtische Wohnungen und fördert dadurch Mieterhöhungen. Flüchtlinge werden zunehmend in Lagern untergebracht, neue Lager werden eröffnet.

Schluss damit! Wir fordern:

  • Keine neuen Lager in Berlin, Schließung aller bestehenden Lager.
  • Mietobergrenzen für EmpfängerInnen von ALG II und AsylbLG an die Marktrealitäten anpassen.
  • Mietkautionen grundsätzlich auch für Flüchtlinge übernehmen.
  • Ein geschütztes Marktsegment zusätzlich für Flüchtlinge.
  • Endlich Unterstützung vom Amt bei der Wohnungssuche (z.B. durch konkrete Hilfe in den zahllosen Fällen verdeckter und offener Diskriminierung von Flüchtlingen auf dem Wohnungsmarkt, durch vorab Ausstellen eines Mietübernahmebescheids usw.).
  • Mietkostenübernahme für alle.

Verantwortlich und zuständig sowie Adressatin unserer Forderungen ist die Sozialsenatorin Carola Bluhm. Wir werden Frau Bluhm an ihrem Amtssitz in der Oranienstraße 106 besuchen und ihr laut und deutlich unsere Forderungen mitteilen.

Wir rufen auf zur Demonstration am 16. November 2010, 14 Uhr, Checkpoint Charly.

Innere und äußere Grenzen einreißen!

Bündnis gegen Lager Berlin/Brandenburg

Unterstützt durch: Aktion Freiheit statt Angst, Aktionsprogramm Hier Geblieben!, Antifa Berlin Südost, Antifa Friedrichshain, ARI Berlin, FelS, Flüchtlingsrat Berlin, Flüchtlingsrat Brandenburg, Initiative gegen das Chipkartensystem, Initiative Togo Action Plus, JOG Jugendliche ohne Grenzen, Kampagne gegen Zwangsumzüge, The Voice Refugee Forum Berlin, u.r.i. (united against racism and isolation e.V.), Verein Iranischer Flüchtlinge

 

 

---english---

Private homes for everybody! No Lager! Stop the accommodation of refugees
in camps! Demonstration 11/16/2010, 14.00 o‘clock, Berlin, Checkpoint
Charly

Theoretically most refugees who live in Berlin have the right to live in
private flats. However, in reality this right is often denied to them. The
refugees are often accommodated in shabby pre-fabricated tower blocks or
containers, located outside off the centre in industrial zones. There is
not private sphere, sexual assaults are no rarity, living space and
sanitary facilities have to be shared with many other inhabitants.

Flats instead of camps!

Already for ALG II-receivers the situation at the housing market is more
than difficult. For refugees (= receivers of benefits according to the
AsylbLG) it is even more difficult, due to the unsafe stay status, the
much to low upper limits for rents and the open discrimination on the
housing market which they experience while searching for a flat.
The Berlin-Senate privatises urgently required urban flats. Refugees are
accommodated increasingly in camps, new camps are opened.

No new camps in Berlin! Close all existing camps!
Responsibly for this racist policy is the Social Senator Carola Bluhm. We
will visit Mrs. Bluhm in her official residence in Oranienstrasse 106 and
inform her loudly and clearly about our demands.

We call for the demonstration in the 11/16/2010, 14.00 o‘clock, checkpoint
Charly.
Lets tear down internal and external borders!

Bündnis gegen Lager Berlin/Brandenburg (Alliance against camps
Berlin/Brandenburg)
www: http://bglbb.blogsport.de

 


---français---

 Logement pour tous! Pour une fin des logements en camp de réfugiés!
Manifestation le 16.11.2010, 14.00 heures, Berlin, Checkpoint Charly

Normalement, tous les réfugiés à Berlin ont droit a un logement privé.
Mais en réalité, ce droit leur est souvent refusé. Souvent les réfugiés
sont logés dans barres d´ immeubles en piteux état ou dans des containers
dans des zones industrielles loin du centre. La vie privée est inexistante
et la violence sexuelle n´est pas rare. Les habitants doivent partager les
pièces et les installations sanitaires avec beaucoup d´autres personnes.

Des appartements plutôt que les camps!
Déjà pour les bénéficiaires de ALG II il est très difficile de trouver un
logement. C´est encore pour les réfugiés (bénéficiaires des prestations en
vertu du AsylbLG), à cause de leurs titres de séjour incertain, et de la
discrimination évidente quand ils cherchent un logement.
La privatisation des logements municipales par le sénat de Berlin aggrave
la situation. Les réfugiés sont des plus en plus logés dans des camps et
on ouvre même des nouveaux camps.

Pas de nouveaux camps à Berlin. Fermeture de tous les camps.
La sénateur Carola Bluhm est responsable de cette politiques raciste. Nous
allons rendre visite à Carola Bluhm dans sa résidence officielle,
Oranienstraße 116, pour lui donner nos exigences.

Appel à la manifestation le 16.11.2010, 14.00 heures, Checkpoint Charly.
Faites tomber les frontières intérieures et extérieures.

Weitere Aufrufe in Arabisch, Farsi und Russisch:
http://bglbb.blogsport.de

Termindaten
Datum: 
Dienstag, 16. November 2010 - 15:00 bis 21:00
Typ der Veranstaltung: 
Demonstration
Ort der Veranstaltung: 
Checkpoint Charlie, U-Bhf. Kochstraße, Berlin
Stadt: 
Berlin
Veranstalter_in: 
Bündnis gegen Lager / FelS AG Intersol
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