Rund 12.000 Menschen folgten am Samstag in Dresden dem Aufruf des Bündnisses "Nazifrei - Dresden stellt sich quer!" zu Massenblockaden.
An mehreren Blockadepunkten rund um den Neustädter Bahnhof versammelten sich am 13.2.2010 ab 9.00 Uhr morgens tausende DemonstrantInnen. Sie verhinderten, dass der Nazi-Aufmarsch wie geplant stattfinden konnte - obwohl sie zum Teil mehr als acht Stunden in der Kälte ausharren mussten.
Inzwischen wir die Situation unübersichtlicher. Die Nazis kochen vor Wut, weil ihr zentraler Aufmarsch nicht stattfinden wird. Die Blockaden stehen nach wie vor gut, nur eine kleinere am Bischofsweg nahe der Schauburg wurde aufgelöst durch die Polizei.
Inzwischen sind die Nazis dazu übergegangen, in Splitterdemos durch die Neustadt zu ziehen. Gemeldet wurden Aufmärsche (mit 500 - 1000 Nazis) in der Großenhainer Str. Hechtstr. bzw. in Richtung Alaunpark, also nördlich der Blockaden.
Die Stimmung bei der Kundgebung an der Hansastraße in Dresden-Neustadt ist gut. Weit über tausend Leute sind vor Ort. Abgeordnete der LINKEN halten dort eine öffentliche Abgeordnetensitzung ab. Inzwischen ist auch eine VoKü installiert. Auch die anderen Blockade-Punkte am Albertplatz sind gut bestückt. Auf der Marienbrücke könnten noch mehr Leute gebraucht werden.
Aus mehreren Bundesländern wird gemeldet, dass die Polizei Busunternehmen kontaktiert und sie von einer "erheblichen Gefährdung durch Krawalle in Dresden" unterrichtet hat. Mehrere Busunternehmen haben darauf ihre Zusagen für Samstag zurückgezogen.
Update: Für Ersatz ist bereits gesorgt. Alle Busse fahren!
Offensichtlich hat die Blockade-Ankündigung von "Dresden - Nazifrei" und "No pasarán" bei den Nazis für erhebliche Frustration gesorgt, denn die Attacken auf UnterstützerInnen des breiten Bündnisses häufen sich.
In Berlin gab es am Donnerstag (28.1.) zwei Aktionen des bundesweiten Bündnisses "Nazifrei- Dresden stellt sich quer!". Unmittelbar vor dem Gebäude der Sächsischen Landesvertretung kamen etwa 30 Menschen zu einem 'Probesitzen' zusammen - trotz Hagel und Hamburger Gittern auf der Straße. Während der Aktion wurde einer Vertreterin der Sächsischen Landesvertretung ein 'Bescheid' zugestellt. Dessen Kernsatz lautete: "Wir fordern von Ihnen nichts. Wir sagen nur bescheid, dass am 13. Februar 2010 kein Neonazi-Aufmarsch stattfinden wird."
Ungefähr einhundert Menschen aus Sachsen/Anhalt, Brandenburg und Berlin nahmen an dieser Regionalkonferenz in Berlin teil. Organisiert wurde sie vom Berliner Koordinierungskreis „Dresden – nazifrei“ Sie diente der Vorbereitung der Gegenaktivitäten zum Naziaufmarsch in Dresden am 13.2.2010.
Auf dieser letzten Berliner Infoveranstaltung zu Dresden erhaltet ihr alle neuesten Infos zur Situation vor Ort, dem Stand der Gegenmobilisierung und vielleicht auch noch Busfahrkarten (wenns noch welche gibt).
Veranstaltet vom Berliner Koordinationsrat des Bündnisses "Nazifrei - Dresden stellt sich quer"
Aufruf zu Blockaden in Blogs und Sozialen Netzwerken
Als Protest gegen die Aufforderung der Dresdner Staatsanwaltschaft, die Homepage von "Nazifrei - Dresden stellt sich quer!" abzuschalten, hat das bundesweite Bündnis die Seite jetzt selbst vorübergehend aus dem Netz genommen und mit "ZENSIERT" gekennzeichnet. Damit die Mobilisierung gegen den Nazi-Aufmarsch am 13. Februar 2010 weitergehen kann, sind die Inhalte der Seite nun unter http://www.dresden-nazifrei.com/ zu finden.