Fragen an die Kampagne Castor? Schottern!

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Sechs häufig gestellte Fragen und Antworten

Für das erste Adventswochenende ist die Ankunft des 13. Castortransportes in Gorleben vorgesehen. Welche Proteste wird es geben?

Wir können schon jetzt absehen, dass es sowohl entlang der Zugstrecke als auch im Wendland selbst Proteste und Widerstand geben wird. Das beinhaltet, soweit wir das überblicken, Mahnwachen, Kundgebungen, Sitzblockaden, Treckerblockaden sowie eine Vielzahl kleinerer Aktionen – und eben auch das Schottern der Gleise.

Was genau macht die Kampagne Castor Schottern im Wendland?

Unser Ziel ist es, die Schiene zwischen Lüneburg und dem Verladebahnhof Danneberg – dort fährt zu diesem Zeitpunkt nur der Castor – für den Atommülltransport unbefahrbar zu machen. Dazu werden wir in Großgruppen mit jeweils mehreren hundert Menschen an verschiedenen Stellen auf das Gleis gehen und mit unseren Händen Schottersteinen unter den Schwellen entfernen. Wenn die Schwellen auf einer genügend langen Strecke schweben, kann der Atommüllzug nicht ohne größeren Reparaturaufwand passieren.

Ist eure Aktion legal?

Nein, die Bundesregierung hat uns nicht ihre Erlaubnis gegeben. Aber: Was wir tun, ist legitim. Das Atommüllager in Gorleben ist bereits jetzt eine Gefahr für die dort lebenden Menschen, und jeder Castortransport erhöht das Risiko. Protest und Widerstand gegen die Atompolitik der Energiekonzerne und ihrer Regierungen ist nicht nur legitim, sondern moralisch geboten. Nicht wir müssen uns fragen lassen, warum wir den Castor stoppen, sondern z.B. die Polizist_innen, die den Castor durchprügeln wollen, warum sie derartig menschenverachtend und unmoralisch agieren.

Um welche Inhalte geht es euch?

Wir stehen für eine Gesellschaft, in der Atomanlagen nicht mehr möglich sind, in der die Energiekonzerne enteignet und vergesellschaftet sind, in der die kapitalistisch organisierte Energiewirtschaft überwunden ist. Der Widerstand gegen die Castortransporte ins Wendland ist auch der Widerstand gegen die Macht der Energiekonzerne, gegen ihre Braunkohletagebaue und neuen Kohlekraftwerke, gegen ihre neo-imperialistischen Solarstromprojekte in Nordafrika.

Welche Voraussetzungen müssen Menschen mitbringen, die sich am Schottern beteiligen wollen?

Ein heißes Herz und einen kühlen Verstand. Es wird kalt sein, wir werden einige Kilometer gehen müssen, und die Polizei wird uns hindern wollen, an unser Ziel zu gelangen. Unsere Aufgabe besteht darin, der Polizeigewalt auszuweichen und die Lücke in den Polizeiketten zu finden, die uns ermöglicht, an die Schiene zu kommen. Und ja, es gibt das Risiko, von der Polizei z.B. durch Pfefferspray verletzt zu werden. Jede und jeder kann mitkommen, es gibt unterschiedliche Aufgaben, um am Gesamterfolg mitzuwirken.

Was können interessierte Menschen und Gruppen tun?

Informiert euch auf der Webseite castor-schottern.net, ob Informationsveranstaltungen und Trainings in euren Städten stattfinden. Wenn ihr selbst Trainings veranstalten wollt, dann könnt ihr euch mit dem Trainer_innen-Netzwerk "skills for action" in Kontakt setzen: info [at] skills-for-action.de. Für Info-Veranstaltungen stellen wir auf der Webseite eine PowerPoint-Präsentation bereit, wenn ihr eine/n Referent_in anfragen wollt, meldet euch unter info [at] castor-schottern.net

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