Soziale und ökologische Kämpfe zusammen führen!

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Es geht nicht um Eisbären - Aufruf von ökologischen Bewegungen zu den Blockupy-Protesten in Frankfurt

Vom 16.-19. Mai 2012 werden tausende Menschen die Straßen von Frankfurt übernehmen. Das Spardiktat der „Troika“ aus EZB, IWF und EU-Kommission, welches federführend von der deutschen Regierung durchgesetzt wurde, bleibt endlich auch in Deutschland nicht länger ohne Widerspruch. Die Krise ist nicht nur als Euro-, Schulden- oder Bankenkrise greifbar, sie ist vielmehr eine grundlegende Krise unserer gesamten Lebensverhältnisse: Das herrschende Wirtschaftssystem beinhaltet einen strukturell bedingten Zwang zu Konkurrenz und permanenter Expansion (verharmlosend „Wachstum“ genannt) und zerstört so in umfassender und schnell fortschreitender Weise die natürlichen Grundlagen des Lebens; Hunger breitet sich immer weiter aus, u.a. weil das Kapital auf der Suche nach neuen Verwertungsmöglichkeiten mit Nahrungsmitteln spekuliert; lebenswichtige Bereiche wie z.B. die Versorgung mit sauberem Wasser werden rücksichtsloser Profitlogik untergeordnet; unter dem Vorwand, Staatsschulden zu reduzieren, werden Stück für Stück demokratische Errungenschaften abgebaut.

Dies sind nur einige der zahlreichen Krisenmomente eines Wirtschaftssystem, das nicht einmal angesichts von Klimawandel und anderen ökologischen Katastrophen in der Lage ist, die Richtung zu ändern, während es ungebremst weiter auf den Abgrund zu rast. Die Krise mit all ihren Dimensionen ist der Ort, an dem es zu intervenieren gilt und an vielen Stellen greifen wir bereits in den Normalbetrieb dieses Systems ein: Nicht nur am Flughafen Frankfurt protestieren wir gegen Fluglärm und die CO2-intensivste Art zu reisen. Wir engagieren uns in Hamburg-Moorburg, Datteln, Jänschwalde, Staudinger und vielen anderen Orte gegen die klimaschädlichen Kohlekraftwerke. In der Lausitz und im Rheinischen Braunkohlerevier kämpfen wir gegen das Abbaggern ganzer Dörfer und gegen die „Endlagerung“ von CO2 (CCS). In Gronau fordern wir die Schließung der Uranfabrik. In Gorleben, Morsleben, Ahaus, Lubmin, an der Asse und am Schacht Konrad wehren wir uns gegen Atommüllkippen. An tausenden Orten greifen wir die großen Energiekonzerne an. Initiativen kämpfen für die Rekommunalisierung oder gleich für die Vergesellschaftung der Energieversorgung. Gemeinsam stellen wir uns gegen die Abklemmung von Strom.

In den Protesten gegen die perspektivlosen Klimaverhandlungen und auf Gegengipfeln wie in Cochabamba wird unsere internationale Solidarität praktisch. Im Bündnis mit Kleinbäuer_Innen kämpfen wir weltweit für eine solidarische Landwirtschaft und Nahrungssouveränität. Gleichzeitig sind alle unsere partiellen Kämpfe Ausdruck des Widerstands gegen die fundamentale globale ökologische Krise, die eine umfassende gemeinsame Antwort erfordert. Damit sind wir Teil einer übergreifenden Bewegung gegen die herrschende Wirtschaftsordnung, gegen den Kapitalismus.

Frankfurt ist der Ort, an dem wir diese Verbindung spürbar und sichtbar machen werden. Wir – als Aktivist_Innen ökologischer Bewegungen und Kämpfe – werden uns an den Protesten beteiligen. Kommt zahlreich nach Frankfurt und beteiligt euch ebenso! Schafft Zeichen der ökologischen Krise am 17.05 auf die Plätze und Grünanlagen rund um die Bankentürme. Macht mit im Ökologie-Finger bei der Blockade der EZB am 18.5. ! Mit Fässern, weißen Schutzanzügen und Mundschutz bringen wir die unzähligen ökologischen Katastrophen zum Ausdruck. Bringt Taucherbrillen und Schnorchel mit als Symbol gegen steigende Meeresspiegel. Beteiligt Euch an den Aktionen „Frankfurt fluten“ und tragt euren Protest in die Zentralen der Banken und Konzerne, deren Profite auf Naturzerstörung basieren. Nehmt an der internationalen Demonstration am Samstag, den 19.5. teil und macht eure lokalen Kämpfe sowie eure globale Solidarität sichtbar.

Gegen Kapitalismus – für die Selbstbestimmung unseres Lebens, für die Erhaltung der Lebensgrundlagen!

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