Militante Untersuchung Jobcenter Neukölln

Seit 2006 war das Projekt „Mayday“ der Arbeitsschwerpunkt der FelS-AG Soziale Kämpfe. Nach langer interner Diskussion haben wir uns entschlossen, dass am 1. Mai 2010 in Berlin keine neue große Euromayday-Parade mit unserer Beteiligung durch Kreuzberg und die angrenzenden Kieze ziehen würde. Denn ein zentraler Aspekt, den der Mayday-Ansatz leisten sollte und dem er in den vier Jahren seiner Berliner Existenz unserer Ansicht nach nicht im ausreichenden Maße gerecht geworden ist, war die alltäglichen und verstreuten sozialen Kämpfe sichtbar zu machen, zu vernetzen, zu organisieren und in diese radikalisierend zu intervenieren. Im Anschluss an diese Erfahrungen, an das was wir mit dem Mayday erreicht haben und was nicht, haben wir intensiver über Organisierungsansätze und -perspektiven diskutiert, die über den engen Rahmen linksradikaler Organisierung hinaus gehen sollten und im konfliktreichen Alltag der Menschen ansetzen.

Aktionsbericht: Wir Bleiben! Packt doch selber!

Kundgebung am 28.03. zur Neuregelung der Kosten der Unterkunft vor dem Rathaus Neukölln
Foto: www.occupymedia.de

15.000 Menschen wurden 2011 allein im Stadtteil Neukölln aufgefordert, die Kosten der Unterkunft (Miete und Heizkosten, kurz: KdU) zu senken. Dadurch werden die Menschen gezwungen, ihre Mietkosten aus ihrem mickrigen Eckregelsatz zu subventionieren oder Mietschulden aufzuhäufen, die langfristig zum Zwangsumzug und damit zur Verdrängung an den Stadtrand führen. Aktuell arbeitet der Berliner Senat dafür an einer neuen Rechtsverordnung. Wie diese Neuregelung genau aussehen wird, ist noch unklar. Klar ist aber, dass Neuregelungen im sozialen Bereich im zurückliegenden Jahrzehnt nur Verschlechterungen bedeutet haben!

Die Fabrik eines Stadtteils.

FelS-Artikel zur »Militanten Untersuchung« am Jobcenter Berlin-Neukölln aus analyse & kritik (Nr. 569)

Das Jobcenter ist der größte Brötchengeber in Neukölln, hier kommen die Menschen aus dem Stadtteil zusammen - alte und junge, Leute mit Doktortitel und ohne Hauptschulabschluss, Alteingesessene und neu Hinzugezogene. Es ist deshalb nicht nur eine Institution mit enormer Wirkung auf den Stadtteil, sondern auch ein (potenzieller) Ort für Interventionen gegen Entrechtung und Ausbeutung.

Wir bleiben! Packt doch selber!

Kundgebung zur Neuregelung der Kosten der Unterkunft am 28. März in Neukölln

Hartz-IV-Berechtigte haben einen Rechtsanspruch auf die Übernahme der Kosten der Unterkunft (KdU) durch die Jobcenter. Die Höhe der Übernahme, die „Mietobergrenze“ der KdU, wurde jedoch seit 2006 nur einmal für Singles 2008 von 360€ auf 378€ angehoben, aber nie an die realen Mieten angepasst – obwohl die Mieten rasant stiegen! So erhielten 2011 allein in Neukölln etwa 7.358 „Bedarfsgemeinschaften“ (BG) einen Mahnbrief vom Jobcenter mit der Forderung ihre KdU zu senken, da sie über der nicht mehr gültigen „Obergrenze“ lagen.

Kundgebung: 28.03.2012 | 17:00 | Rathaus Neukölln (Berlin)

Militante Untersuchung im Jobcenter Neukölln - Selbstorganisation von unten

Interview mit uns bei Radio Corax

Die AG Soziale Kämpfe wurde anlässlich der vor kurzem veröffentlichten Broschüre zur Militanten Untersuchung von Radio Corax interviewt. Hört selbst!

Nichts läuft hier richtig!

Soliparty der AG Soziale Kämpfe in der K9

Hartz IV, Niedriglohn, befristete Arbeitsverträge. Mietschulden, Ich-Streik... Prekarität bestimmt den Alltag und das Bewusstsein von immer mehr Menschen. Als AG Soziale Kämpfe haben wir immer wieder in den letzten Jahren Bündisse konstituiert, Aktionen gemacht und in den öffentlichen Diskurs eingegriffen. Bereits seit Mitte 2010 führen wir eine Militante Untersuchung am Jobcenter Neukölln durch, zu dem wir im Dezember eine Broschüre veröffentlicht haben und engagieren uns seit vergangenem Oktober im Rahmen der occupy-Bewegung. Feiert mit uns zur Finanzierung unserer Projekte die „Nichts-läuft-hier-richtig!“-Party!

Party: 21.01.2012 | 23:00 | K9 | Kinzigstr. 9 | U-Bhf Samariterstr. (Berlin-Friedrichshain)

Stadtteilasamblea Neukölln

Wir möchten Euch herzlich zur nächsten Stadtteilasamblea Neukölln einladen! Die Asamblea ist ein offener Raum und soll allen Interessierten die Möglichkeit geben, ihre Interessen, Stärken und natürlich auch ihre Schwächen einzubringen. Hier sollen Menschen miteinander in Kommunikation treten, bestehende Initiativen und Organisationen sich vernetzen, um die sozialen Probleme hier im Kiez zu diskutieren und kollektiv zu lösen.

Ebenfalls im Freien Neukölln und direkt im Anschluss an die Asamblea trifft sich eine Arbeitsgruppe, um das Projekt der Militanten Untersuchung am Jobcenter Neukölln zu diskutieren.

Asamblea: 08.01.2012 | 14:00 | Freies Neukölln | Panierstr. 54 (Berlin)

Kurzbericht zur Veranstaltung: Untersuchung & Organisierung

Broschüren-Release der AG Soziale Kämpfe

Am Dienstag Abend den 13.12. haben wir auf einer öffentlichen Veranstaltung in der B-Lage in Berlin-Neukölln unsere bisherigen in etwa 1,5 Jahren gewonnenen Recherche- und Befragungsergebnisse rund um das dortige Jobcenter vorgestellt. Dokumentiert ist das ganze in einer kürzlich veröffentlichten Broschüre. Es ist uns wichtig zu betonen, dass die Broschüre keinen Abschluss-, sondern eher einen Zwischenbericht darstellt. Unser Projekt geht weiter!

Untersuchung und Organisierung am Jobcenter Neukölln

Broschüre zur militanten Untersuchung der AG Soziale Kämpfe erschienen

Vor einiger Zeit haben wir am Jobcenter Neukölln angefangen, uns mit anderen darüber zu unterhalten, welche Probleme und Erfahrungen die Menschen beim Umgang mit dem Amt haben. Wie verarbeiten sie den Druck und die manchmal erniedrigende Behandlung durch das Jobcenter? Welche Widerstandspraxen gibt es dort? Wie können wir unseren soziale Rechte an diesem Ort gemeinsam durchsetzen? Wir wollen aber auch herausfinden, wie sich die Leute ein besseres Leben vorstellen, um zusammen dafür zu kämpfen und wir wollen gemeinsam die Erfahrung machen, etwas verändern zu können.

Release-Veranstaltung: 13.12.2011 | 19:00 | B-Lage | Mareschstr. 1 | S-&U Neukölln (Berlin)

Linke Interventionen in die Arbeitswelt gestern und heute

In den 70er Jahren sind Tausende linke Aktivist_innen aus politischen Gründen in die Betriebe gegangen. Diese Betriebsarbeit wurde von den unterschiedlichen politischen Gruppen als Beitrag zu einer revolutionären Veränderung der Gesellschaft verstanden. Welche unterschiedlichen Perspektiven und Vorgehensweisen es dabei gab, werden Jan Ole Arps, Autor des kürzlich im Verlag Assoziation herausgegebenen Buches „Frühschicht - Linke Fabrikintervention in den 70er Jahren“ und der ehemalige Betriebsaktivist Peter Bach skizzieren. Dabei wird es um die Erfolge, aber auch um die Grenzen der Betriebsintervention gehen.

Buchvorstellung und Diskussion: 11.07.2011 | 21:00 | Tristeza (Pannierstr. 5, U-Bhf Hermannplatz) (Berlin)

Temporäres Soziales Zentrum am JobCenter Neukölln

Notenvergabe und Preisverleihung für „Sacharbeiter des Monats“

Im Rahmen der Berliner Herbstaktionstage "Berlin on Sale - nicht mit uns" wurde am vergangenen Freitag Morgen (1.10.) von zahlreichen Initiativen und Aktivist_innen ein Temporäres Soziales Zentrum vor dem JobCenter Neukölln errichtet. Den gemeinsamen Rahmen bildeten Redebeiträge und ein gemeinsames Frühstück, außerdem bot die Initiative „Keine/r muss allein zum Amt!“ Begleitungen an und eine Anwältin für Sozialrecht beriet in ämterspezifischen Fragen.

Videodoku!

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